Hamburger SV nach Auftaktsieg heiß auf den 1. FC Köln

Endlich! Endlich! Endlich! Nach sechs vergeblichen Anläufen hat es der Hamburger SV mal wieder einen Sieg zum Bundesliga-Auftakt geschafft. Aufatmen in der fußballerisch arg gebeutelten Hansestadt. Und doch, der ersehnte Erfolg war süß und trotzdem ganz bitter für den Dino. Nein, eine Tragödie. Nicolai Müller zog sich nach seinem Siegtreffer zum 1:0 gegen den FC Augsburg einen Kreuzbandriss zu. Beim Torjubel (!) blieb der HSV-Knipser in der Eckfahne hängen und verdrehte sich das Knie. Wie doof ist das denn?

Müller-Drama schockt den HSV

Der Frust beim HSV ist groß. Der beste Spieler mindestens ein halbes Jahr weg. Da trösten auch die drei Punkte gegen den FCA kaum. „Die Diagnose ist ein großer Schock für uns, ein schwerer Schlag zum Saisonstart und natürlich extrem bitter auch für Nicolai. Wir wünschen ihm einen guten Heilungsverlauf und unterstützen ihn dabei so gut wir nur können“, sagte HSV-Sportchef Jens Todt. Es hilft nichts. In der Bundeliga bleibt keine Zeit für Gefühle. Bereits am Freitag (20.30 Uhr) geht es für den HSV weiter, mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Köln.

Köln-Frust nach Derby-Pleite

Den Kölner steckt noch die Derby-Pleite in Gladbach (0:1) zum Auftakt in den Knochen. Und wie dieser HSV einzuschätzen ist, das weiß wohl selbst noch nicht einmal der HSV. FC-Manager Jörg Schmadtke warnt: „Über den HSV wird ja derzeit viel Häme ausgeschüttet. Das Entscheidende aber ist, dass er mit einem Sieg gestartet ist und dem Druck nach dem Pokal-Aus (1:3 in Osnabrück/die Red.) standgehalten hat.“  Sieht Offensiv-Ass Leonardo Bittencourt nicht anders: „Auch wenn die Hamburger oft auf die Fresse bekommen haben, mussten sie sich selten richtig abschlachten lassen. Sie werden uns nichts schenken.“

Ex-Bayern-Star Contendo zum HSV?

Indes ist man beim HSV auf der Suche nach weiteren Verstärkungen. In Sachen Linksverteidiger ist man offenbar in Frankreich fündig geworden. Wie die französische Tageszeitung L’Equipe berichtet, haben sich die Hanseaten mit Diego Contento von Girondins Bordeaux auf einen Dreijahresvertrag geeinigt. Der Ex-Bayern-Profi soll fünf Millionen Euro Ablöse kosten. Und auch für Müller soll Ersatz her. „Wir prüfen den Markt. Erfahrungsgemäß tun sich da zum Ende der Transferperiode noch mal Optionen auf“, so Todt. Das Transferfenster schließt am 31. August.

FC setzt auf Gottes Segen

Bei den Kölnern, bei denen Trainer Peter Stöger wohl der komplette Kader zur Verfügung steht, setzt man auf höhere Mächte. Bereits zum vierten Mal wird der FC mit seinen Fans vor dem ersten Heimspiel der Saison einen eigenen Gottesdienst veranstalten. Im Kölner Dom gibt es wieder die „Andacht für alle Fußballfreunde“. Dabei wird traditionell auch die Vereins-Hymne „Mer stonn zo Dir FC Kölle“ gesungen. Beten ist angesagt. Denn am Freitag (13.45 Uhr) werden im Grimaldi-Forum in Monaco die Kölner Gegner in der Europa League ausgelost. Erstmals seit 25 Jahren ist der FC wieder auf internationalem Parkett dabei. Man will am Rhein dafür sorgen, dass Kölns Kicker nicht nur die kontinentalen Top-Klubs im Kopf haben. „Wir reden seit dem ersten Trainingstag von Europa. Was ja auch schön ist. Wir sollten uns aber erst einmal um die Bundesliga kümmern“, fordert Kapitän Matthias Lehmann unmissverständlich.

Bilanz spricht für Köln

Die Bilanz spricht für den FC. Die letzten beiden Heimspiele wurden gegen den HSV gewonnen. Im Oktober 2016 gab es ein 3:0, im August 2015 ein 2:1. In 46 Heimspielen seit Bundesliga-Beginn 1963 gab es insgesamt 22 Siege, 13 Unentschieden und 11 Niederlagen. Mit Gottes Segen soll nun der dritte Heimerfolg gegen den HSV in Folge gelingen.

You may also like...