Breite Brust: Werder will Sensation gegen die Bayern

0:2, 0:6, 0:5, 0:1, 0:4, 0:6 – das sind die letzten Ergebnisse von Werder Bremen gegen Bayern München. Die Fans von der Weser wähnen sich im falschen Film. Wie in einem Horror-Streifen in Endlosschleife. 13 Mal in Folge vergeigte Werder gegen den Rekordmeister.

Das ist selbst für die erfolgsverwöhnten Münchner ungewöhnlich. 13 Siege am Stück gegen ein anderes Team der Bundesliga – das gab es selbst beim ruhmreichen FCB noch nie. Motto: Vom Angst- zum Lieblingsgegner. Nord-Süd-Gipfel: Es war einmal! Oder doch nicht?

Träumen von glorreichen Zeiten

Knüpfen die Bremer an glorreiche Zeiten an? Wie in den 80er Jahren (Meister 1988, Vizemeister 1985 und 1986) oder 90ern (Meister 1993, Vizemeister 1995) – alles in der Ära des legendären Trainers Otto Rehhagel. Auch im neuen Jahrtausend ärgerte Werder die Bayern, als man mit Coach Thomas Schaaf 2004 die Schale holte, 2006 und 2008 knapp scheiterte. Immer an den ewigen Widersachern.

Setze auf Bremen und mache aus 10€ glatte 120€ !

Hoffnung: Eine fantastische Rückrunde. Und Kruse!

Zwar ist der letzte Sieg von Werder lange her. Am 20. September 2008 gewannen die Hanseaten 5:2 in München. Also warum soll es ausgerechnet diesmal klappen? Hoffnung macht die fantastische Rückrunde der vergangenen Saison. Alexander Nouri wurde Cheftrainer an der Weser. Und Werder drehte auf. Das Team mutierte vom fast sicheren Absteiger zum Europapokalanwärter. Der internationale Wettbewerb wurde nur hauchdünn verpasst. Platz 8 war es am Ende. Angeführt vom überragenden Max Kruse. In der vergangenen Spielzeit schwang sich der Nationalspieler zu Bremens wichtigstem Kicker mit 15 Treffern sowie sieben Torvorlagen in 23 Partien auf. Im letzten Bundesliga-Aufeinandertreffen gegen die Bayern im Januar gab es in Bremen einen offenen Schlagabtausch, den München trotz eines Treffers von Kruse denkbar knapp mit 2:1 gewann. Zwar ging der Liga-Start für Werder in Hoffenheim 0:1 verloren. Aber dies äußerst unglücklich.  Und so gibt man sich an der Weser kämpferisch wie in allerbesten Tagen: „Wir wollen das Stadion beben lassen. Wenn du gegen Bayern mit Angst spielst, geht es voll in die Hose“, stellt Fin Bartels die Zeichen auf eine Sensation.

Bayern längst nicht in Topverfassung

Das Motto für Werder kann nur heißen: Wenn nicht jetzt? Wann dann? Denn die Bayern haben immer noch die anstrengende Asien-Reise in der Vorbereitung in den Knochen. Und das spüren sie. „In der Vorbereitung hatten wir keine Zeit für Training“, nörgelte Torjäger Robert Lewandowski. Zwar gab es zur Saisoneröffnung ein 3:1 gegen Bayer Leverkusen. Das Ergebnis spiegelt aber nicht den Spielverlauf wieder. Das tapfere Werksteam brachte den Rekordmeister vor allem in der Defensive und in Halbzeit 2 mächtig ins Wanken. „Wenn du nicht bei 100 Prozent bist, kannst du nicht pressen, nicht verteidigen, wie du willst”, klagte auch Bayern-Trainer Carlo Ancelotti nach der Partie und stellte damit fest, dass seine Bayern physisch längst noch nicht in Topverfassung sind.

Torwart Neuer ist wieder fit

Immerhin: Nationaltorhüter Manuel Neuer steht nach etwas mehr als vier Monaten Verletzungspause vor einem Comeback. Der 31 Jahre alte Weltmeister konnte nach seinem Bruch am linken Fuß auch am Mittwoch die komplette Trainingseinheit des deutschen Rekordmeisters absolvieren. Damit scheint der neue Münchner Kapitän startklar für einen Einsatz beim SVW.

You may also like...